Der 1. Vorsitzende, Werner Haase,
begrüßte die Gäste am 10.04.2011 und lud zu einer Führung durch die Riesengebirgsstube
ein.
Die Geschäftsführerin, Andrea Huber, begann mit den Worten:
"Heimat ist da wo Erinnerungen im Herzen gewachsen sind".
Um die Erinnerung an die Heimat wach zuhalten erstellte Franz Müller in mühseliger
Kleinstarbeit ein Relief von Nordostböhmen. Auf dem Relief ist Trautenau,
das Tor zum Riesengebirge, mit seinen umliegenden Ortschaften sehr deutlich
zu erkennen, wie auch die Schneekoppe mit einer Höhe von 1603 m. Entlang des
Gebirges zieht sich am Kamm, der ca. 25 km lang ist und auch bewandert werden
kann. Die Grenze zum heutigen Polen verläuft auch auf diesem Kamm.
In einem weiteren Schaukasten ist die Nachbildung des Ringplatzes von Trautenau
zu sehen. Unter den für den Habsburger Baustil typischen Arkaden, kann man auch
heute noch um den ganzen Platz gehen ohne nass zu werden. In der Mitte des Ringplatzes
grüßt der Rübezahlbrunnen und die hohe Dreifaltigkeitssäule (1704).
In einem großen Bücherschrank steht eine Sammlung von Dokumentationen
der Turnvereine aus Stadt und dem Landkreis Trautenau mit original Bildern und
Ehrenzeichen. Bücher über den preußisch-österreichischen Krieg 1866, die sudetendeutsche
Geschichte. Landschaftsbücher vom Riesengebirge und vieles mehr.
Das Hospital von Kukus war die Lieblingsresidenz des Grafen Franz Anton
von Sporck. Dort können heute eine Apotheke aus dem 18 Jahrhundert, die Figuren
der Tugenden, Laster und Seligkeiten von Matthias Braun, dem Lehrmeister von
Ferdinand Tietz, besichtigt werden. Kukus war ein kultureller und gesellschaftlicher
Mittelpunkt.
Bilder bedeutender Personen zeigen:
Dr. Josef Mühlberger, der als der "Adalbert
Stifter des Riesengebirges" charakterisiert wird trat bereits Ende der
20er Jahre mit einer Reihe von Werken an die Öffentlichkeit, in denen sich lyrische
Begabungen mit der Gestaltungskraft des Dramatikers und der Erzählkunst des
Novellisten vereinten.
Richard Popp, Prälat in Trautenau, galt auf Grund seiner caritativen
Arbeit Anfang der 30er Jahre als "Arbeiterpriester". Richard Popp
wurde 1945 verhaftet und leistete zusammen mit anderen Priestern in einem tschechischen
Konzentrationslager Zwangsarbeit unter erschwerten Bedingungen.
Igo Etrich, 1879 in Oberaltstadt / Trautenau geboren, Er konstruierte
und baute die "Etrich Taube". Diese wurde, dank des von Ferdinand
Porsche speziell für die Taube konstruierten Flugzeugmotors, das erfolgreichste
Flugzeug der Pioniertage der Luftfahrt. In der Riesengebirgsstube ist eine maßstabgetreue
Nachbildung der Etrich Taube zusammen mit Dokumentationen über sein Leben
und Wirken ausgestellt. Zu Ehren von Igo Etrich wurde ein Gedenkstein am Schenkenturm
eingeweiht.
GustI Berauer, 1912 im Riesengebirge geboren, war der erfolgreichste
Wintersportler und hat 1936 für die Tschechoslowakei an den Olympischen
Winterspielen 1936 mit Erfolg teilgenommen und in den Folgejahren weitere Preise
gewonnen.
Emil Schwantner, 1890 1956 prägte am stärksten und am
nachhaltigsten als Bildhauer das künstlerische Leben der Stadt zwischen
den Weltkriegen. Hauptwerk Schwantners wurde das 1932 im Trautenauer Stadtpark
aufgestellte Kriegerdenkmal.
Es war alles andere als ein Heldendenkmal. Es war ein Todesreigen preisgegebener
Soldaten in trichterförmiger Gruppierung, als reiße eine Granate
die sich aneinander-klammernden Soldaten auseinander. In ihm was das Motiv des
mittelalterlichen Totentanzes mit bestürzender Ausdruckskraft dargestellt.
Im 2. Weltkrieg wurde das Denkmal, das in seiner Thematik der NS-Ideologie nicht
entsprach, abgebrochen und eingeschmolzen. Lediglich die Bronzetafeln
mit den Namen der im 1. Weltkrieg Gefallenen Trautenauern konnten 1948 durch
glücklichen Zufall in Hamburg gerettet werden und wurden schließlich
im Husarenwäldchen gegenüber der Würzburger Residenz aufgestellt.
Das Kostüm, einer Mutter, die mit ihren 3 Kindern vertrieben wurde und
der Koffer mit dem original Inhalt, der wenigen Gegenstände, die man mitnehmen
durfte, soll an die Schicksalstage der Vertreibung erinnern.
An Brauchtum und Tradition erinnern die nachgebildete Riesengebirgsstube,
original Trachten, Schlitten, Skier und alltägliche Gebrauchsgegenstände
und vieles mehr.
In der Rübezahlausstellung finden sich Bücher mit den unterschiedlichsten
Darstellungen des Berggeistes Rübezahl, der als Herrscher und Hüter
gilt und schon im 15. Jahrhundert von dem Chronisten Simon Hüttel erwähnt
und aufgezeigt wurde. Bilder und Gemälde zeigen seinen Wirkungsbereich.
Eine Anektode erzählt, dass der Berggeist Rübezahl sogar bei der Patenschaftsübernahme
1956 seinen Schabernack getrieben hat. Er soll das Giemaul in Heidingsfeld um
Mitternacht zum Schweigen gebracht haben.
Die Übernahme der geschlossenen Patenschaft zwischen Würzburg
und den aus Stadt und Landkreis Trautenau Vertriebenen, am 27. Juni 1956, wird
durch die ausgestellte Urkunde dokumentiert.
Allgemeine Öffnungszeiten:
Dienstag und Donnerstag von 9.00 bis 11.00 Uhr oder nach Vereinbarung.