Riesengebirgsmundart

Presseinformation zum 4. Nordtreffen der Riesengebirgler im Oktober 2005 in Rostock

von Peter Barth

Die Mundarten sind Ausweis und Erkennungszeichen jeder Heimatlandschaft, wobei manchmal bereits Nachbarorte gewisse Differenzierungen aufweisen.

Es ist sehr hoch einzuschätzen, dass es auch nach Jahrzehnten der Vertreibung noch Leute gibt, die versuchen, die heimatlichen Mundarten fern der Heimat zu erhalten und weiterzugeben. Dies ist umso schwieriger, da es ja bei den Vertriebenen kein geschlossenes Siedlungsgebiet mehr gibt, sondern sie oftmals in aller Welt verstreut leben.

Zu den bekanntesten Mundartinterpreten des Riesengebirges gehören aus dem Kreis Trautenau Franz Ronefeld und Rudolf Staffa, die heute in Stralsund bzw. bei Stuttgart leben.

Franz Ronefeld wurde 1924 in Trautenau-Hohenbruck geboren, erlernte noch in der Heimat die Landwirtschaft und baute sich nach Krieg, Gefangenschaft und Vertreibung in Stralsund eine neue Existenz auf. Ronefeld wurde zunächst Stahlschiffbauer, arbeitete dann als Meister und später als Schiffbau-Ingenieur in der Volkswerft Stralsund. Insgesamt 42 Jahre, bis zum Eintritt in das Rentenalter im Jahr 1988.

Bereits während seiner Berufstätigkeit schrieb Ronefeld Gedichte zu den verschiedensten Anlässen, doch war zunächst das Thema Heimat und Vertreibung tabu – so wie im gesamten öffentlichen Leben in der DDR. Das änderte sich erst mit der Einheit Deutschlands.

Ronefeld wurde 1991 Gründungsmitglied der Kreisgruppe Stralsund der Sudetendeutschen Landsmannschaft und war bis zu seinem gesundheitlich bedingtem Ausscheiden im Vorstand für die Kulturarbeit verantwortlich. Für die Treffen in Stralsund und Umgebung ist er oftmals Organisator, Autor, Moderator, Büttenredner; vielfach unterstützt durch seine sangesfreudige Frau Gerti. Bei Lesungen, die ihn zwischen Rosenheim und Stralsund bekannt gemacht haben, trägt Ronefeld vorwiegend seine eigenen Gedichte vor.

Franz Ronefeld hat bisher acht Mundart-Büchlein "Dohejm eim Riesageberche" ("Daheim im Riesengebirge") im Eigenverlag herausgebracht, schreibt weiterhin für Heimatzeitungen (Riesengebirgsheimat u. a.) und Kalender. Auch in dem sudetendeutschen Mundartbuch "Auswärts" ist Ronefeld mit Beiträgen vertreten.

Ronefeld ist Mitglied im "Freundeskreis der sudetendeutschen Mundarten", der 1995 mit dem "Sudetendeutschen Volkstumspreis" ausgezeichnet worden ist.

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