ist es in der Riesengebirgsstube,
die bereits seit 1981 ihren festen Platz im 3. Stock der Greisinghäuser in der
Neubaustraße hat, geworden.
Mit der Riesengebirgsstube sollte ein Raum entstehen, in dem, die aus der Stadt
und dem Landkreis Trautenau Vertriebenen, die sich in Würzburg, Deutschland
und der ganzen Welt eine neue Heimat suchen mussten, ihre geretteten Erinnerungsgegenstände
sammeln konnten, um die Erinnerung an die alte Heimat darin zu pflegen, zu bewahren
und nachfolgenden Generationen weiterzugeben.
Heute ist die Riesengebirgsstube eine Begegnungsstätte für alle, die ein ähnliches
Schicksal wie die Trautenauer erlebt haben und ihre Heimat verlassen mussten
oder gewaltsam vertrieben wurden.
Aber auch ein Ort, wo Versöhnung bereits seit vielen Jahren zwischen den alten
und neuen Bewohnern der Riesengebirgsregion stattfindet. Die junge tschechische
Generation ist gerade dabei die Geschichte ihrer eigenen Wurzeln zu erforschen
und kann über die gesammelten Dokumente, Chroniken und Bilder, die im Ortsarchiv
der Riesengebirgsstube aufbewahrt werden, viele Lücken auffüllen.
Die Anfragen der Nachfolgegeneration, die sich auf Spurensuche begibt, werden
immer häufiger. Oft ist es nur der ehemalige Heimatort der Eltern oder Großeltern,
der bekannt ist.
Auch für Anfragen über das Internet wird dieses Archiv immer mehr genutzt.
Die Zusammenarbeit mit den regionalen Museen oder Heimatpflegern der Orte aus
dem Riesengebirge wird immer intensiver.
Aber auch Bilder und Informationsmaterial regen an das Riesengebirge zu besuchen,
das schon Ende des 19. Jahrhunderts eine besondere Anlaufstelle für Erholungssuchende.
Wanderer und Wintersportler war. Die Stadt Trautenau / Trutnov wurde schon damals
als das "Tor zum Riesengebirge" bezeichnet. Nach wie vor ist die Region
auf den Tourismus eingestellt und ist eine Reise wert.
In diesem Jahr führten die Schüler der St. Ursula Schule in Würzburg Zeitzeugengespräche
durch und stellten Ihre Ergebnisse und die Ergebnisse der Schüler des Gymnasiums
in Trutnov zusammen mit Gegenständen aus der Riesengebirgsstube im Rathaus aus.
Die Schüler des Gymnasiums Trutnov, der neuen Partnerstadt Würzburgs, waren
zu Gast in der Riesengebirgsstube, sowie der Bürgermeister der Stadt Trutnov.
Anlässlich des jährlichen Heimatkreistreffens kommen immer wieder Besucher aus
ganz Deutschland und aus Tschechien in die Riesengebirgsstube.
Bei einem Empfang konnte sich der Heimatkreis für 55 Jahre Patenschaft bei der
Stadt Würzburg, vertreten durch den Oberbürgermeister Georg Rosenthal, bedanken.
Bei dem monatlichen Treffen "Schatzsuche mit Rübezahl" "erlebt
man", durch Erzählungen von Brauchtum und Tradition, Mundart, Lieder und
Gedichten, die alle aus der Schatztruhe der Riesengebirgsstube geholt werden,
"ein Stück Heimat", so eine Besucherin. Diese Treffen finden auch
im kommenden Jahr wieder jeden 1. Dienstag im Monat statt.
Ebenfalls zu finden sind die vielen Darstellungen und Geschichten des Berggeistes
Rübezahl, der seit der Besiedelung des Riesengebirges im 13. Jahrhundert immer
wieder, durch die mit den Naturgewalten lebenden Bevölkerung, seine Gestalt
verändert hat, aber auch durch die ständig wandelenden Religionen ein bleibende
Instanz und Vermittler von Werten war . Durch die Geschichten von dem Berggeist
Rübezahl lernten die Kinder zwischen Gut und Böse, Unrecht und Recht zu unterscheiden.
Beim Lesen der umfangreichen Sammlung an Geschichten kann man erahnen unter
welch harten Bedingungen die Menschen im Riesengebirge, wo der Winter von Oktober
bis Ende April andauerte, leben mussten. Heute ist der Rübezahl Symbol zum Schutz
der Natur und natürlich auch ein Souvenir der Reisenden im Riesengebirge.
Mit dem Projekt "Kommt und findet einen Schatz" möchte der Heimatkreis
Interessenten, Schulklassen und Studenten in die Riesengebirgsstube einladen,
sich auf Schatzsuche zu den unterschiedlichsten Themen zu begeben. Zu finden
sind "Schätze" wie Gebrauchsgegenstände, Trachten, Dokumente zur Geschichte
der Vertreibung, Bilder, Filme, Material zur Riesengebirgsmundart, Lieder, Poesie,
Märchen und Legenden aus der Region, Geschichten, Brauchtum, Lebensbeschreibungen,
Informationen über Persönlichkeiten aus dem Riesengebirge, Industrie und vieles
mehr. Diese gehobenen Schätze könnten dann in einem Vortrag, Präsentation oder
in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Weitere Informationen über diese Projekt erhalten Sie beim
Riesengebirgler Heimatkreis Trautenau e.V., Neubaustr. 12, 97 070 Würzburg,
Tel.: 09 31/1 21 41,Fax: 09 31/57 12 30.
E-Mail: riesengebirge-trautenau(at)freenet.de < at = @ (Spamschutz) >
http://www.trautenau.de
Allgemeine Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 9.00 Uhr bis 11.00
Uhr oder nach Vereinbarung.