Auch in diesem Jahr hatte sich die Sudetendeutsche Landsmannschaft von Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem Landestreffen, es war das 8., unserem Nordtreffen angeschlossen. Der Besuch von mehr als 300 Heimatfreunden zeigte erneut, dass dieses Treffen sehr gut angenommen wird, nicht nur von den Norddeutschen, sondern es konnten u.a. auch Gäste aus Baden-Württemberg, Bayern und Hessen begrüßt werden.

Zur Eröffnung überbrachte traditionsgemäß unser Rübezahl, unter dem sich Heinz
Berger verbarg, heimatliche Grüße. Mit seinem Gedicht "Sei gegrüßt mein
Riesengebirge mein Heimatland" sorgte Franz Just für weitere heimatliche
Atmosphäre.
Mit einem "Herzlichen Willkommen in der Hansestadt Rostock" erfolgte
dann die offizielle Eröffnung durch Peter Barth. Gleich zu Beginn dankte Barth
insbesondere den Helfern im Hintergrund, die nicht auf der Bühne zu sehen sind,
ohne die ein derartiges Treffen jedoch nicht möglich ist. Anwesend bei der Eröffnungsveranstaltung
waren auch die Presseagentur dpa sowie der Deutsche Fernsehfunk Norddeutscher
Rundfunk, der in seiner Abendsendung berichtete. Leider konnten sie sich zu
diesem Zeitpunkt noch nicht von der optimalen Besucherzahl überzeugen. Der Termin
war jedoch den vielfältigen Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit geschuldet.
Im Anschluss fand eine Gesprächsrunde der HOB statt, unter ihnen mehrere aus
Süddeutschland. Thema war wiederum die Tatsache, dass einige Heimatfreunde auf
Grund ihrer Gesundheit nicht mehr in der Lage sind, dieses Ehrenamt auszuführen
und es nicht immer gelingt, aus den Reihen der Ortsbewohner einen Nachfolger
zu finden. Weiterhin die Gestaltung unserer "Riesengebirgsheimat",
die allgemein als sehr gut eingeschätzt wird.
Zum gemeinsamen Singen wurden zeitgleich die Heimatfreunde, die noch nicht den
richtigen Gesprächspartner gefunden hatten, von Bärbel Friese eingeladen.

Die Festveranstaltung am Nachmittag begann miteinen Trompetensolo des Riesengebirgsliedes, vorgetragen von M. Hensch. Es folgte das traditionelle Eröffnungsgedicht von Heimatdichter Franz Ronefeld, in dem es u.a. heißt:
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SL-Landesvorsitzender MV. |
SL-Landesvorsitzender HH. |
Bei der Begrüßung der Ehrengäste konnte Peter Barth den Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, Werner Kuhn (CDU) dessen ebenfalls anwesender Vater aus Burkersdorf stammt sowie den SL-Landesvorsitzenden von Hamburg, Dr. Franz Buchmann, einen der Geburtshelfer des SL-Landesverbandes im Nordosten, willkommen heißen. SL-Landesobmann Walter Zluwa ging in seiner Begrüßungsansprache auf die noch junge Geschichte des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern ein, die 1993 begann und dankte dem Landesverband Hamburg, insbesondere Obmann Dr. Franz Buchmann, für die in den ersten Jahren geleistete Unterstützung. Höhepunkte im Veranstaltungsjahr sind die Landestreffen, die in den letzten Jahren in Verbindung mit den Riesengebirgstreffen stattgefunden haben. Damit ist MV der einzige Landesverband, der diese Treffen noch regelmäßig durchführt. Das schriftliche Grußwort vom Oberbürgermeister der Gastgeberstadt, Roland Methling, das in den Vorjahren mehr einem touristischen Willkommen glich, stand diesmal unter dem Motto "Verlorene Heimat" und bekundete unter Bezugnahme auf den Rostocker Schriftsteller Walter Kempowski Anerkennung und Verständnis unserer Anliegen (s. RGH Nr. 8/2009). In seinem Grußwort wies Werner Kuhn zunächst daraufhin, dass in seinem Elternhaus stets die heimatlichen Sitten und Gebräuche gepflegt und die Kinder zur Heimatliebe erzogen wurden. So wurde einmal nach dem Singen unseres Heimatliedes in der eigenen Wohnung dieses durch die Stasi als "revanchistisches Liedgut" eingeschätzt. Kuhn verurteilte grundsätzlich ethnische Vertreibungen, sowohl die unserer Volksgruppe nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch die gegenwärtigen, als völkerrechtswidrig.
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1. Vorsitzender HKT. |
Eröffnungsgedicht. |
Moderation. |
Festredner Werner Haase, 1. Vorsitzender des Riesengebirgler Heimatkreises Trautenau,
erinnerte zu Beginn seiner Rede daran, dass sein Vertreibungsschicksal 1946
ihn zunächst nach Mecklenburg in das Lager Ventschow führte. In einem kurzen
Abriss unserer jüngeren Geschichte beklagte Haase, dass wir es versäumt haben,
unser Schicksal als festen Bestandteil in das Bewusstsein der Deutschen und
Europäer zu verankern. Wir sind nicht, wie oft fälschlich dargestellt, erst
1938 mit Hitler in unsere angestammte Heimat gekommen und das Sudetendeutsche
Problem hat nicht erst mit dem Münchener Abkommen begonnen, sondern mit der
einseitigen Proklamation der Tschechoslowakischen Republik im Oktober 1918 und
mit der Verweigerung des Selbstbestimmungsrechtes. Und Haase wörtlich: "Ich
erinnere:
Unser Leidensweg fand seinen grausamen Höhepunkt in der völkerrechtswidrigen
Enteignung, Verfolgung und Vertreibung, die kein Gesetz oder Dekret der Tschechen
rechtfertigen kann."
An konkreten Beispielen weist Hasse nach, dass Benesch die Vertreibung von langer
Hand vorbereitet hat:
Entgegen den uns vorgeworfenen Behauptungen
von Revanchismus nennt Haase erneut die Charta der Deutschen Heimatvertriebenen
von
Haase schätzt klar ein: "Die Erlebnisgeneration geht von Bord und damit
das erlebte Wissen über unsere Heimat, unsere Kultur und Muttersprache. Unser
Schicksal verblasst allmählich und wird von der Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen.
Die uns folgende Generation geht weniger kritisch mit der Vertreibung um. Unsere
Hoffnung ist und bleibt ein vereintes Europa, eine Besinnung auf die gemeinsame
abendländische Kultur. Aus deren Wurzeln sollten wir die Kraft für die gemeinsame
Gestaltung Europas schöpfen. Vom offiziellen Prag ist ein Eingeständnis der
an uns begangenen Verbrechen nicht zu erwarten. Wir aber sollten weiterhin den
Dialog zur Versöhnung unter Einbeziehung der wahren Gründe der Vertreibung fördern
und unsere Kenntnisse, unsere Erlebnisse an die nachfolgende Generation weitergeben,
auch an die in Tschechien."
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Foto Zorn Gnoien |

Nach dem gemeinsamen Singen des Riesengebirgsliedes folgte ein kulturelles Programm,
gestaltet durch den Chor der SL-Kreisgruppe Stralsund unter der Leitung von
Bärbel Friese. Mit Liedern und Gedichtbeiträgen bewiesen die Stralsunder, dass
auch im Nordosten Deutschlands unser kulturelles Erbe gepflegt wird.
Anschließend die wieder sehr gut besuchte Mundartstunde. Hier wurden neben unserer
Heimatsprache, dargeboten durch Franz und Gerti Ronefeld, auch die Mundart des
Isergebirges (Karl Zimmermann) sowie des Reichenberger Umfeldes (Walter Zluwa
/ beide Rostock) zu Gehör gebracht, (weiteres auf unseren nächsten Mundartseiten)
Der Heimatabend fand diesmal in der Gaststätte statt, was eine sehr gemütliche
Atmosphäre schuf. Der Alleinunterhalter- die ursprünglich erhofften Beiträge
unserer Landsleute blieben leider aus sorgte mit seinen auf die Anwesenden
abgestimmten Musikstücke und seinen spaßigen Wortbeiträgen (so "Ich bin
Arbeitgeber von sieben Fachärzten und einem Apotheker") für eine ausgezeichnete
Stimmung. Und es wurde getanzt und getanzt...
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Mit einer gewissen Enttäuschungshaltung begann der Sonntagvormittag. Die im
Programm angekündigte heilige Messe im Veranstaltungssaal leider bisher ein
einmaliges Erleben und Höhepunkt des 4. Nordtreffens mit Heimatpfarrer Wenzel
Baudisch musste leider aus organisatorischen Gründen ausfallen. Doch
wurden die Anwesenden nicht enttäuscht. Es war ein besonders feierliches Totengedenken,
in dem insbesondere des am 29.08.2009 verstorbenen Pater Norbert Schlegel OPraem.
Visitator der Sudetendeutschen, sowie unserer Heimatpfarrer Wenzel Baudisch
und Erich Reis gedacht wurde. Mit Diakon Stefan Wick, Mitarbeiter des Bischofs
von Fulda und Beirat des Heimatkreises, wurde diese Gedenkstunde mit Liedern
aus der Schubertmesse, der Lesung, Gebeten, Fürbitten und erteiltem Schlusssegen
zu einem weiteren Höhepunkt des Treffens. Einige Besucher hatten die Vorabendmesse
in der Thomas-Morus-Gemeinde besucht und dort aus den Händen "unseres Diakons"
die heilige Kommunion empfangen.
Am späten Vormittag wurde der DVD-Film "Das Riesengebirge und seine Landschaft",
von Familie Hiemer / Nürnberg mit großem Hintergrundwissen und heimatlichen
Gefühlen geschaffen, gezeigt. Wunderbare Aufnahmen, hervorragende Erläuterungen
und emotional dazu passende Musik weckten Erinnerungen, ein "Heimwehgefühl"
und mach feuchtes Auge war zu sehen.
Totengedenken mit Diakon Beirat Stefan Wick.Am frühen Nachmittag dann die schon
zur Tradition gewordene maritime Veranstaltung mit dem Shantychor "De Fischlänner
Seelüd" aus Ribnitz-Damgarten unter der Leitung von Manfred Hubatschek.
Nachdem eineinhalb Tage ganz dem Gedenken unserer Heimat gewidmet waren, wollen
wir zeigen, dass wir wieder in der Gegenwart angekommen sind, hier im Nordosten
Deutschlands, wo wir heute leben. Neben seinem eigentlichen Programm mit bekannten
Seemannsliedern brillierte der Chor auch in diesem Jahr wieder mit einer eindrucksvollen
Darbietung unserer "Blauen Berge, grüne Täler...", und zum Abschluss
das Heimatlied von der Ostseeküste "Wo de Ostseewellen..." So war
nun auch dieser Kreis von den "blauen Bergen zum gelben Ginster im Dünensand"
symbolisch geschlossen.
Der "restliche" Nachmittag gehörte dann wieder ganz den persönlichen
Begegnungen.



Erwähnt werden soll noch eine kleine Ausstellung heimatlicher Werkzeuge und Küchengeräte, die Heimatfreund Hans Wimmer, HOB Kleinaupa. mitgebracht hatte, die auf reges Interesse stieß und bei vielen Erinnerungen wach rief.
Danke für Ihren Besuch!