Quelle: "Riesengebirgsheimat" – Heimatblatt für die ehemaligen Kreise Trautenau und Hohenelbe

Das 65. Heimattreffen 2008 in Würzburg
aus dem Kreis Trautenau

von Peter Barth

Etwa 500 Riesengebirgler aus dem Kreis Trautenau waren am letzten April-Wochenende dem Ruf in die Patenstadt Würzburg zum nunmehr 65. Heimatkreistreffen gefolgt, dabei Gäste aus den USA und der Heimatstadt Trautenau, in der Kinderrückentrage und im Rollstuhl. Ein Zeichen, dass die Terminverlegung von Juli auf April sehr gut angenommen wurde.

Traditionsgemäß fand am Freitagvormittag der Empfang der Stadt Würzburg für den Heimatkreis statt, zu dem neben den Repräsentanten der Patenstadt sowie des Heimatkreises zahlreiche Vertreter der Vertriebenenorganisationen Würzburgs erschienen waren. Gastgeberin, Bürgermeisterin Marion Schäfer, würdigte erneut die Mitwirkung der Vertriebenen beim Aufbau der zerstörten Stadt sowie die kulturelle Bereicherung, die Würzburg durch die Riesengebirgler erfahren habe. Mit Freude wurde die Information aufgenommen, dass der Bürgermeister von Trautenau, Ivan Adamec, im Juni d. J. zu den Mozart-Festtagen in Würzburg erwartet wird. Nun hoffe man, dass es auch noch 2008 zum Abschluss der Partnerschaft zwischen Würzburg und Trautenau komme. Obwohl eine Mitunterzeichnung seitens des Heimatkreises juristisch nicht möglich ist, soll der Heimatkreis mit einbezogen werden. Bei interessanten Gesprächen zeigte sich, dass auch fränkischer Wein und sudetendeutscher Mohnkuchen, auch in diesem Jahr wieder mitgebracht von Helmut Hiemer, sehr gut zusammenpassen.

Begrüßung im Wenzelsaal des Rathauses durch
Bürgermeisterin Marion Schäfer.
Freitagnachmittag in der Heimatstube: Helmut Hiemer,
1. Vors. Werner Haase, Ehepaar Strauch mit Tochter aus Ludwigslust, Mecklbg.-Vorp. (v.re.).

Am frühen Nachmittag dann die Tagung von Vorstand und Beirat. Nach einem Rückblick auf die beiden vorjährigen Treffen – 64. Heimatkreistreffen und 5. Nordtreffen der Riesengebirgler in Rostock – waren noch letzte Fragen des diesjährigen Treffens zu klären. Weitere Schwerpunkte waren der Finanzbericht sowie Beschlüsse zum Wechsel der Veranstaltungsstätte der Heimattreffen und zum korporativen Beitritt des HK zur Sudetendeutschen Landsmannschaft. Am späten Nachmittag war zur Vortragsreihe "Berühmte Sudetendeutsche" und zur Filmvorführung "Heimat Riesengebirge", beides von Helmut Hiemer, in die Heimatstube eingeladen worden. Heuer berichtete Hiemer über eine Kunstausstellung von 1932 im Gebäude der Trautenauer Bezirksvertretung, die dem akademischen Bildhauer Emil Schwantner sowie den Malern und Grafikern Josef, Josef Seifert, Friedrich Stonner, Wenzel Labus und dem Schlesier Krommer gewidmet war. Weiterhin wurde das Wirken des Kammersängers Josef Tichatschek gewürdigt. Der nunmehr dritte Heimatfilm beweist erneut das fotografische Können Hiemers in Verbindung mit musikalischer Untermalung.

Der Samstag begann offiziell mit der Hauptversammlung, der in diesem Jahr wegen der turnusgemäßen Wahl der Vereinsleitung eine besondere Bedeutung zukam. In seinem Referat gab der 1. Vorsitzende, Werner Haase, einen Überblick über die Arbeit des vergangenen Jahres und erläuterte Änderungen bei unseren künftigen Heimattreffen, die sowohl den Termin (April statt Juli) als auch den Ort (Veranstaltungszentrum Heiligenkreuz im Würzburger Stadtteil Zellerau statt s. Oliver-Arena) betreffen.

Das Verhältnis zur Patenstadt Würzburg ist weiterhin sehr gut und es bleibt zu hoffen, dass nach dem bevorstehenden Wechsel im Amt des Oberbürgermeisters uns das gleiche Wohlwollen erhalten bleibt. Mit Beifall wurde die Mitteilung aufgenommen, dass nun mit dem Abschluss der Partnerschaft Würzburg – Trautenau noch in diesem Jahr zu rechnen sei.

Zum BGZ Trautenau musste mitgeteilt werden, dass auch dort die finanziellen Mittel äußerst knapp sind. "Kein Geld, kein Nachwuchs, keine Zukunft" – so wird die Situation der Minderheitenverbände in unserer Heimat durch diese selbst eingeschätzt.

Der korporativen Mitgliedschaft des HK in der SL wurde zugestimmt und ein Jahresbeitrag von 500 Euro beschlossen.

Positiv wurde der Auftritt unseres HK im Internet beurteilt und dem Betreuer Peter Schulz gedankt. Teilweise sind pro Tag bis zu 25 Besucher aus der ganzen Welt auf der Webseite zu verzeichnen. Es folgten die Berichte der Kassiererin und der Kassenprüfer. Die Berichte wurden bestätigt, Kassiererin sowie die gesamte Leitung entlastet.

In der folgenden Aussprache wurde von Peter Barth über das 5. Nordtreffen berichtet, das wieder ein großer Erfolg – sogar mit eigener Briefmarke – war (s. RGH 10/07). Und so denkt man bereits über ein 6. Nordtreffen der Riesengebirgler in Rostock im nächsten Jahr nach.

Eine Analyse der Mitgliederentwicklung sowie der Beitrags- und Spendenaufkommen wurde von Helmut Hiemer vorgetragen. Der Mitgliederstand beträgt per 01.04.2008 1.228, darunter 600 Männer und 628 Frauen. Leider haben noch nicht alle Mitglieder ihren Beitrag bezahlt. (Der Leser möge sich selbst fragen!) Sehr gut ist jedoch die Spendenbereitschaft, für die der 1. Vorsitzende herzlich dankte.

Nach Abschluß der Aussprache erfolgte die Bestellung des Wahlausschusses. Zur Wahl stellten sich – mit Ausnahme von Helmut Hiemer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht – die alten Amtsinhaber. Neu auf der Kandidatenliste war Stefan Wick. Auf Nachfrage an die Anwesenden stellte sich Heimatfreund Günter Henke, HOB von Lampersdorf, als Nachfolgekandidat zur Wahl.




Die neue Leitung des Heimatkreises:
Rudi Staffa, Günter Henke (Beiräte), Margarete Dorsch (2. Vorsitzende), Peter Barth (Schriftführer), Werner Haase (1. Vorsitzender),
Andrea Huber (Geschäftsführerin), Sieghart Rind (Beirat), von links. Es fehlen Edwin Kneifel (Ehrenvorsitzender),
Christine Geißendörfer (Kassiererin) und Stefan Wick (Beirat).

Zum Procedere erklärte der Wahlleiter Manfred Luschtinetz, dass der Wahlvorgang per Akklamation mit Einzelabstimmung für jeden Kandidaten erfolgt. Alle Kandidaten wurden gewählt und nahmen auch ihre Ämter an. Somit setzt sich der Vorstand des HK wie folgend zusammen: 1. Vorsitzender – Werner Haase, 2. Vorsitzende – Margarete Dorsch, Kassiererin – Christine Geißendörfer, Schriftführer – Peter Barth, Beiräte – Günther Henke, Sieghart Rind, Rudolf Staffa und Stefan Wick. Weiterhin gehört noch der Ehrenvorsitzende Edwin Kneifel dem Leitungsgremium an. Die Kassenprüfer wurden weiter im Amt bestätigt – jedoch auf eigenen Wunsch mit der zeitlichen Einschränkung von einem Jahr – Manfred Luschtinetz und Reiner Nemetschek.

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