Etwa 500 Riesengebirgler aus dem Kreis
Trautenau waren am letzten April-Wochenende dem Ruf in die Patenstadt Würzburg
zum nunmehr 65. Heimatkreistreffen gefolgt, dabei Gäste aus den USA und der
Heimatstadt Trautenau, in der Kinderrückentrage und im Rollstuhl. Ein Zeichen,
dass die Terminverlegung von Juli auf April sehr gut angenommen wurde.
Traditionsgemäß fand am Freitagvormittag der Empfang der Stadt Würzburg
für den Heimatkreis statt, zu dem neben den Repräsentanten der Patenstadt sowie
des Heimatkreises zahlreiche Vertreter der Vertriebenenorganisationen Würzburgs
erschienen waren. Gastgeberin, Bürgermeisterin Marion Schäfer, würdigte erneut
die Mitwirkung der Vertriebenen beim Aufbau der zerstörten Stadt sowie die kulturelle
Bereicherung, die Würzburg durch die Riesengebirgler erfahren habe. Mit Freude
wurde die Information aufgenommen, dass der Bürgermeister von Trautenau, Ivan
Adamec, im Juni d. J. zu den Mozart-Festtagen in Würzburg erwartet wird. Nun
hoffe man, dass es auch noch 2008 zum Abschluss der Partnerschaft zwischen Würzburg
und Trautenau komme. Obwohl eine Mitunterzeichnung seitens des Heimatkreises
juristisch nicht möglich ist, soll der Heimatkreis mit einbezogen werden. Bei
interessanten Gesprächen zeigte sich, dass auch fränkischer Wein und sudetendeutscher
Mohnkuchen, auch in diesem Jahr wieder mitgebracht von Helmut Hiemer, sehr gut
zusammenpassen.
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Begrüßung im Wenzelsaal des
Rathauses durch
Bürgermeisterin Marion Schäfer. |
Freitagnachmittag in der Heimatstube:
Helmut Hiemer,
1. Vors. Werner Haase, Ehepaar Strauch mit Tochter aus Ludwigslust, Mecklbg.-Vorp. (v.re.). |
Am frühen Nachmittag dann die Tagung von Vorstand und Beirat. Nach einem
Rückblick auf die beiden vorjährigen Treffen 64. Heimatkreistreffen und
5. Nordtreffen der Riesengebirgler in Rostock waren noch letzte Fragen
des diesjährigen Treffens zu klären. Weitere Schwerpunkte waren der Finanzbericht
sowie Beschlüsse zum Wechsel der Veranstaltungsstätte der Heimattreffen und
zum korporativen Beitritt des HK zur Sudetendeutschen Landsmannschaft. Am späten
Nachmittag war zur Vortragsreihe "Berühmte Sudetendeutsche" und zur
Filmvorführung "Heimat Riesengebirge", beides von Helmut Hiemer, in
die Heimatstube eingeladen worden. Heuer berichtete Hiemer über eine
Kunstausstellung von 1932 im Gebäude der Trautenauer Bezirksvertretung, die
dem akademischen Bildhauer Emil Schwantner sowie den Malern und Grafikern Josef,
Josef Seifert, Friedrich Stonner, Wenzel Labus und dem Schlesier Krommer gewidmet
war. Weiterhin wurde das Wirken des Kammersängers Josef Tichatschek gewürdigt.
Der nunmehr dritte Heimatfilm beweist erneut das fotografische Können Hiemers
in Verbindung mit musikalischer Untermalung.
Der Samstag begann offiziell mit der Hauptversammlung, der in diesem
Jahr wegen der turnusgemäßen Wahl der Vereinsleitung eine besondere Bedeutung
zukam. In seinem Referat gab der 1. Vorsitzende, Werner Haase, einen Überblick
über die Arbeit des vergangenen Jahres und erläuterte Änderungen bei unseren
künftigen Heimattreffen, die sowohl den Termin (April statt Juli) als auch den
Ort (Veranstaltungszentrum Heiligenkreuz im Würzburger Stadtteil Zellerau statt
s. Oliver-Arena) betreffen.
Das Verhältnis zur Patenstadt Würzburg ist weiterhin sehr gut und es bleibt
zu hoffen, dass nach dem bevorstehenden Wechsel im Amt des Oberbürgermeisters
uns das gleiche Wohlwollen erhalten bleibt. Mit Beifall wurde die Mitteilung
aufgenommen, dass nun mit dem Abschluss der Partnerschaft Würzburg Trautenau
noch in diesem Jahr zu rechnen sei.
Zum BGZ Trautenau musste mitgeteilt werden, dass auch dort die finanziellen
Mittel äußerst knapp sind. "Kein Geld, kein Nachwuchs, keine Zukunft"
so wird die Situation der Minderheitenverbände in unserer Heimat durch
diese selbst eingeschätzt.
Der korporativen Mitgliedschaft des HK in der SL wurde zugestimmt und ein Jahresbeitrag
von 500 Euro beschlossen.
Positiv wurde der Auftritt unseres HK im Internet beurteilt und dem Betreuer
Peter Schulz gedankt. Teilweise sind pro Tag bis zu 25 Besucher aus der ganzen
Welt auf der Webseite zu verzeichnen. Es folgten die Berichte der Kassiererin
und der Kassenprüfer. Die Berichte wurden bestätigt, Kassiererin sowie die gesamte
Leitung entlastet.
In der folgenden Aussprache wurde von Peter Barth über das 5. Nordtreffen berichtet,
das wieder ein großer Erfolg sogar mit eigener Briefmarke
war (s. RGH 10/07). Und so denkt man bereits über ein 6. Nordtreffen
der Riesengebirgler in Rostock im nächsten Jahr nach.
Eine Analyse der Mitgliederentwicklung sowie der Beitrags- und Spendenaufkommen
wurde von Helmut Hiemer vorgetragen. Der Mitgliederstand beträgt per 01.04.2008
1.228, darunter 600 Männer und 628 Frauen. Leider haben noch nicht alle Mitglieder
ihren Beitrag bezahlt. (Der Leser möge sich selbst fragen!) Sehr gut ist jedoch
die Spendenbereitschaft, für die der 1. Vorsitzende herzlich dankte.
Nach Abschluß der Aussprache erfolgte die Bestellung des Wahlausschusses. Zur
Wahl stellten sich mit Ausnahme von Helmut Hiemer, der aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr zur Verfügung steht die alten Amtsinhaber. Neu auf
der Kandidatenliste war Stefan Wick. Auf Nachfrage an die Anwesenden stellte
sich Heimatfreund Günter Henke, HOB von Lampersdorf, als Nachfolgekandidat zur
Wahl.

Zum Procedere erklärte der Wahlleiter Manfred Luschtinetz, dass der Wahlvorgang per Akklamation mit Einzelabstimmung für jeden Kandidaten erfolgt. Alle Kandidaten wurden gewählt und nahmen auch ihre Ämter an. Somit setzt sich der Vorstand des HK wie folgend zusammen: 1. Vorsitzender Werner Haase, 2. Vorsitzende Margarete Dorsch, Kassiererin Christine Geißendörfer, Schriftführer Peter Barth, Beiräte Günther Henke, Sieghart Rind, Rudolf Staffa und Stefan Wick. Weiterhin gehört noch der Ehrenvorsitzende Edwin Kneifel dem Leitungsgremium an. Die Kassenprüfer wurden weiter im Amt bestätigt jedoch auf eigenen Wunsch mit der zeitlichen Einschränkung von einem Jahr Manfred Luschtinetz und Reiner Nemetschek.