Quelle: "Riesengebirgsheimat" – Heimatblatt für die ehemaligen Kreise Trautenau und Hohenelbe

Das 65. Heimattreffen 2008 in Würzburg
aus dem Kreis Trautenau

von Peter Barth

Fortsetzung

Anschließend die Tagung der Heimatortsbetreuer. Mit Freude stellte der 1. Vorsitzender Werner Haase fest, dass fast all 100 Gemeinden des Kreises betreut werden und dankte allen HOB für die verantwortungsvolle Arbeit. Dieses Ergebnis ist nur möglich, da einige Heimatfreunde, teilweise schon seit Jahren, mehrere Gemeinden betreuen. In diesem Zusammenhang sind auch unsere jüngsten HOB, Enrico Schreyer und Peter Stächelin – beide gehören nicht der Erlebnisgeneration an –, zu erwähnen, aber auch unsere "alten Kämpfer", die zur Wiederbelebung von Altenbuch-Döbernei, Königinhof und Krinsdorf beitrugen. Beklagt wurden allerseits die unzureichenden Informationen an die HOB bei den persönlichen Daten, wie Sterbefälle und Anschriftenänderungen, was u. a. zu falschen Angaben in der Heimatzeitung führt. In diesem Zusammenhang dankte Redakteur Peter Barth für die gute Mitarbeit und bat um Beachtung bestimmter Kriterien für die Einsendungen, auf die mehrfach in der Zeitung hingewiesen wurde, das wichtigste, die Einhaltung der Einsendetermine.

Ein Höhepunkt des Treffens war wieder die Mundartstunde mit Rudi Staffa, seit 2007 Träger der Adalbert-Stifter-Medaille und hervorragender Interpret unserer Heimatsprache. Mit seiner Auswahl an ernsten und heiteren Beiträgen erwies Staffa seine Referenz an unsere bekannten Heimatschriftsteller wie Pater Meinrad, Gustl Steiner, Alfred Fischer, Franz Ronefeld u. a. Durch gekonnte Kombination seiner Wortvorträge mit ausgewählten Zwischenmusiken erhielt diese Veranstaltung einen feierlichen Rahmen und hatte mit mehr als 70 Besuchern ein äußerst dankbares Publikum. "Standesgemäß"  werden wir auf den Mundartseiten in der Urlaubsausgabe ausführlicher berichten.




Festabend – Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Werner Haase.

Der Festliche Abend begann – auch das ist schon Tradition – mit einem Sektempfang. Hier gab es bereits die ersten interessanten Gespräche zwischen den Riesengebirglern und ihren Besuchern. An der Spitze der Repräsentanten der Patenstadt Bürgermeisterin Marion Schäfer. Die offizielle Eröffnung des Abends erfolgte mit dem Einzug der Tanz- und Trachtengruppe aus Gaukönigshofen mit dem Frankenlied und anschließendem gemeinsamen Singen unserer "Blauen Berge, grüne Täler ...". Hiemer, der den Abend moderierte und mit seinem Saxofon musikalisch begleitete, wies zu Beginn auf die Haupt-Aufgaben unserer Treffen hin: Wiedersehensfest und Pflege unseres Brauchtums. Dem Motto des Abends "Frohes Wiedersehen" entsprechend, wurde auf lange Ansprachen verzichtet.

Und so beschränkte sich auch der 1. Vorsitzende, Werner Haase, neben den persönlichen Begrüßungen auf ein paar kurze einleitende Worte: "Wir, die Trautenauer Riesengebirgler, treffen uns in diesem Jahr zum 65. Mal. Was uns vor über 60 Jahren, aus Orientierungslosigkeit in der Fremde zusammenführte, ist Tradition geworden. Damals wie heute treffen wir uns, um unserer Heimat zu gedenken und an das Unrecht, das man uns angetan hat, zu erinnern. Die Fassungslosigkeit über das Geschehene und die Hoffnung auf eine Heimkehr ist einer nüchternen Betrachtung des Geschehens gewichen. Was keinesfalls bedeutet, dass die Treue und Verbundenheit zu unserer geliebten Heimat geschmälert wurde. Ganz im Gegenteil, mir jedenfalls geht es so, je größer der zeitliche Abstand zu den schlimmen Jahren der Vertreibung ist, um so öfter kehren die Gedanken in unsere Heimat zurück; durchwandern die Landschaft, die Städte und Dörfer, lassen Gassen und Wege wieder aufleben und erinnern uns an den einen oder anderen Menschen, der dort wohnte; lauschen unserer Muttersprache, das eine oder andere Brauchtum wird wieder lebendig.

Um dieses gemeinsam zu erleben, bieten die Heimattreffen eine gute Gelegenheit.

Lassen sie uns in diesem Sinne unser 65. Heimatkreistreffen begehen. Möge der Rübezahl auch weiterhin seine schützende Hand über uns halten!"


Mit dem gemeinsamen Singen des Riesengebirgsliedes auf der Bühne und im Saal wird der Festabend eröffnet.

Bürgermeisterin Schäfer hieß die Trautenauer willkommen und wies noch einmal auf die großartigen Leistungen der Vertriebenen in materieller und ideeller Hinsicht beim Wiederaufbau Würzburgs hin. Für ihre Worte: "So hoffen wir, dass in diesem Jahr noch die offizielle Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Trautenau besiegelt wird", erhielt sie großen Beifall. Christian Eichmann, 1. Vorsitzender des HK Hohenelbe, überbrachte die Grüße seiner Landsleute und ging in seinem Grußwort kurz auf die Bedeutung der 8er Jahre für uns Sudetendeutsche ein. Der größte Teil des Abends gehörte dem Unterhaltungsprogramm, das wieder ganz auf der Verbindung von neuer und alter Heimat basierte.




Am Tisch der Ehrengäste: Prälat Josef Peter, 1. Vors. Werner Haase, Bürgermeisterin Marion Schäfer.

So gab es Mundartbeiträge von Rudi Staffa sowie den Schwestern Maria Grysczyk und Margarete Merk (Wildschütz) und fränkische Weisen und Tänze von den Margethöchheimer "Meespatze" (Mainspatzen)und der Tanzgruppe Gaukönigshofen.

Das Duo Andrea Huber – Diana Johnsen, beide aus der Würzburger Gegend, präsentierten mit Mundart- und Volksliedern noch einmal beide Landschaften. Nach dem offiziellen Abschluss mit dem Heimatlied kam es dann noch zu interessanten persönlichen Begegnungen.




Die jüngste Besucherin beim Treffen am Sonntagnachmittag in der s.Oliver-Arena: Leonie-Theresa Wistuba aus Aalen,
Enkelin von Klara Wistuba geb. Finckler aus Petersdorf.

Der Sonntagvormittag begann mit einem – trotz zentraler Verkehrsprobleme wegen des Stadt-Marathons – gut besuchten Gottesdienst in der Franziskanerkirche, zelebriert von Franziskanerpater Leo. Seine Predigt basierte auf der Fürbitte: "Du willst, dass wir miteinander leben, ohne Angst, sondern mit Hoffnung; stärke unseren Willen, damit wir verzeihen können und so neu zueinander finden" und war so gut auf unsere Probleme abgestimmt.


Tanzgruppe Gaukönigshofen.
Totengedenken im Kreuzgang der Franziskanerkirche
mit Pater Leo.

Anschließend das Totengedenken mit Helmut Hiemer im Kreuzgang des Franziskanerklosters, bei dem in diesem Jahr besonders an unseren Heimatpfarrer Wenzel Baudisch sowie an den Heimatschriftsteller Gerold Effert gedacht wurde.

Traditionsgemäß gehörte der Sonntagnachmittag wieder ganz den persönlichen Begegnungen – ein wichtiges Anliegen unserer Veranstaltungen.

Zusammenfassend kann auch dieses Treffen wieder als ein voller Erfolg und eine würdige Verabschiedung von der s.Oliver-Arena, die uns viele Jahre Heimstatt war, eingeschätzt werden.


Fotos: Helmut Hiemer (7), Joachim Kruske (2), Peter Stächelin (1)



Aus der Gästeliste
Dr. Baum, Stadtarchivar; Pater Leo Beck, Franziskaner; Hans Peter Dörr, Diözesanvors. Ackermanngemeinde; Willi Dürrnagel, Stadtrat; Christian Eichmann, 1. Vors. HK Hohenelbe und Ehefrau Carola; Inge Eflerová, Leiterin BGZ Trautenau; Heinz Gräf, 1. Vors. Flugsportclub W.; Albert Krohn, BdV-Vors.; Paul Lehrieder, MdB; Prälat Josef Peter, Domkapitular; Günther Rinke, Reg. Unterfranken; Marion Schäfer, Bürgermeisterin Würzburg; Egon Schrenk, Stadtrat; Marion Seib, MdB; Maria Schulze-Kroiher, Ururgroßnichte von Adalbert Stifter; Ursula und Wilhelm Weschta, CSU, SL; Prof. Roland Wiesner, Verein f. dt. tsch. Verständigung, Trautenau, mit Ehefrau; Rudolf und Irmgard Wolf, USA.



Schon heute ergeht die Einladung zum

66. Heimattreffen des Kreises Trautenau
vom 24. bis 26. April 2009


in die Patenstadt Würzburg, Stadtteil Zellerau,
Veranstaltungszentrum Heiligenkreuz


< Home >     < zurück >     < Programm 2008 >

© Copyright 2008, www.trautenau.de